GIZEH - GEODÄTISCHE ERKENNTNISSE

5 - BESTIMMUNG DES BASISUMFANGES DER GROSSEN PYRAMIDE


5.1 - Ein erster Ansatz

In diesem Kapitel soll nun eine Bestimmung des Baisumfanges erfolgen. Und zwar auf eine Art und Weise, wie sie im naturwissenschaftlichen Bereich üblich ist, wenn aus vorhandenen Meßwerten eine Gesetzmäßigkeit abgeleitet werden soll.

Alle bisherigen Berechnungen des Pyramidenumfanges beziehen lediglich den Äquatorumfang mit ein. Da die Erde keine Kugel ist, existiert aber nicht nur ein Durchmesser. In erster Näherung läßt sich die Erdgestalt durch eine Ellipse darstellen, die um ihre kleine Achse, also die Polachse rotiert. Solch ein Rotationsellipsoid wird auch Sphäroid genannt.

Da Pol- und Äquatorradius voneinander unterschiedlich sind, werden in den folgenden Rechnungen natürlich auch beide verwendet. Dabei ist a die große Halbachse bzw. der Äquatorradius, b ist die kleine Halbachse bzw. der Polradius.

Modelle der Erde, die Sphäroide als Grundlage verwenden, heißen geodätische Systeme, und sind im vorherigen Kapitel ja eingehend erläutert worden. Da im Laufe der Zeit verschiedene geodätische Systeme benutzt worden sind, wird hier nicht nur eines, sondern gleich mehrere von ihnen verwendet. Dies hat den Zweck bessere Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten, und dadurch Grenzen besser bestimmen zu können. Daher noch einmal eine kleine Übersicht der Werte, für die Systeme, die hier benutzt werden.

 
 
Jahr der
Einführung
Geodätisches System Pol
Durchmesser
in Meter
Äquator
Durchmesser
in Meter
Numerus der Abplattung
    2b 2a n
         
1830 Airy 12712513,82 12755126,79 299,3249646
1830 Everest 12712150,83 12754552,69 300,8017
1841 Bessel 12712157,93 12754794,31 299,1528128
1866 Clarke 12713167,60 12756412,8 294,9786982
1880 Clarke 12713029,74 12756498,29 293,465
1909 Hayford (IRE) 12713823,89 12756776 297
1942 Krassowski 12713726,04 12756490 298,3
1956 Hough 12713588,69 12756540 297
1960 Fischer 12713568,57 12756332 298,3
1960 WGS 12713566,57 12756330 298,3
1961 WGS 12713554,74 12756326,76 298,24
1966 WGS 12713519,54 12756290 298,25
1967 IUGG 12713550,00 12756320 298,25
1967 GRS 12713549,03 12756320 298,247167427
1968 Fischer 12713536,67 12756300 298,3
1969 SüdAm. 12713549,44 12756320 298,25
1972 WGS 12713501,04 12756270 298,26
1975 GRS 12713510,58 12756280 298,257
1976 SAO/GRIM2 12713540,19 12756310 298,255
1977 Enz. Brit. 12713553,42 12756360 298
1980 GRS 12713504,63 12756274 298,257222101
1984 WGS 12713504,63 12756274 298,257223563

Tabelle 5.1

 
Wenn die große Pyramide in Relation zu Erddaten steht, ist es durchaus sinnvoll die Umfänge bzw. Achsen der Erde zu gebrauchen. Ein erster allgemeiner Ansatz um den Basisumfang UB der großen Pyramide von Gizeh zu erhalten, besteht dann darin, den (entsprechenden) Erdumfang U durch einen bestimmten Faktor k zu teilen. Mathematisch, also durch eine Gleichung ausgedrückt:
Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide
UA ist der Äquatorumfang mit UA = 2·a·pi
UP ist der Umfang der Erde, über die Pole gemessen, mit UP = 2·b·pi
 
Genau genommen ist der Umfang über die Pole ein Ellipsenumfang mit UE = 2·a·pi ·gamma
gamma ist dabei ein Umfangsfaktor, der abhängig von den Achsen ist UE= 2·b·pi ·gamma ·f -1

Dieser Ellipsenumfang wird in die Betrachtung mit einbezogen, und als Gleichung läßt sich das in Übereinstimmung mit der bisherigen Ausdrucksweise so formulieren:

Gleichung Ellipsenumfang
 
Der Fehleransatz aus Kapitel 4 ergab für den Basisumfang der großen Pyramide, den von Cole gemessenen Wert, versehen mit erweiterten Fehlergrenzen:
 
UB : 921,453072 m ± 0,006 m 921,447 m < UB < 921,459 m
 
Mit den Achsen-Werten der geodätischen Systeme und dem gemessenen Umfang läßt sich eine erste quantitative Bestimmung des Faktors k durchführen. Die oben aufgestellten Gleichungen für den Basisumfang brauchen nur nach k umgestellt zu werden:
Gleichung Proportionalitätdfaktor Polradius Gleichung Proportionalitätdfaktor Äquatorradius Gleichung Proportionalitätdfaktor Ellipse
 
Und durch Einsetzen der Werte aus den geodätischen Systemen und dem gemessenen Basisumfang in die Gleichungen für den Faktor k ergibt sich:
 
Jahr der
Einführung
Geodätisches System kP kA kE
         
1830 Airy 43341,91424 43487,19847 43414,58674
1830 Everest 43340,67667 43485,24114 43412,98899
1841 Bessel 43340,70088 43486,06491 43413,41331
1866 Clarke 43344,14323 43491,58298 43417,89440
1880 Clarke 43343,67322 43491,87444 43417,80545
1909 Hayford (IRE) 43346,38078 43492,82127 43419,63189
1942 Krassowski 43346,04717 43491,84618 43418,97728
1956 Hough 43345,57889 43492,01665 43418,82864
1960 Fischer 43345,51030 43491,30750 43418,43950
1960 WGS 43345,50348 43491,30068 43418,43268
1961 WGS 43345,46314 43491,28963 43418,40700
1966 WGS 43345,34313 43491,16430 43418,28433
1967 IUGG 43345,44698 43491,26658 43418,38739
1967 GRS 43345,44368 43491,26658 43418,38574
1968 Fischer 43345,40154 43491,19840 43418,33057
1969 SüdAm. 43345,44508 43491,26658 43418,38644
1972 WGS 43345,28006 43491,09611 43418,21869
1975 GRS 43345,31259 43491,13021 43418,25200
1976 SAO/GRIM2 43345,41354 43491,23249 43418,35362
1977 Enz. Brit. 43345,45864 43491,40296 43418,46146
1980 GRS 43345,29230 43491,10975 43418,23163
1984 WGS 43345,29230 43491,10975 43418,23163
 
Tabelle 5.2
 
Aus dieser Tabelle läßt sich eine erste Eingrenzung für k erstellen:
 
43340 < kP < 43347 43485 < kA < 43493 43412 < kE < 43420
 
Wie zu sehen ist, liegt der Faktor k tatsächlich in der Nähe der Zahl 43200. Als Konstruktionsvorschrift für den Umfang der großen Pyramide von Gizeh wird ja immer wieder folgende Rechnung angegeben: Man nehme den Umfang der Erde und teile ihn durch 43200.

Schränkt man die Betrachtung auf die moderneren Systeme ab 1961 ein, dann lassen sich die Grenzen sogar noch etwas einengen:

 
43345 < kP < 43346 43491 < kA < 43492 43418 < kE < 43419
     
Schränkt man die Betrachtung noch weiter ein, indem man den Wert aus der Enzyklopedia Britannica entfernt, dann ergeben sich folgende minimale Grenzen:
     
43345,28 < kP < 43345,46 43491,09 < kA < 43491,26 43418,21 < kE < 43418,38
 
 
Die Zahl 43200 wird oft als Zeitfaktor (1/2 Tag = 43200 Sekunden) interpretiert. Wie aber schon in der Einleitung erörtert, wird hier davon abgesehen, da keinerlei Hinweise vorhanden sind, die dieses unterstützen könnten.

Logischer ist, von der normalen Kreisteilung in Grad, Minuten und Sekunden auszugehen.

Ein Kreis besteht aus 360 Grad, wobei jedes Grad 60 Minuten enthält, und jede Minute wiederum 60 Sekunden besitzt. Insgesamt verfügt ein Kreis also über 360·60² = 1.296.000 Bogensekunden.

Um auf den Wert 43200 zu gelangen, muß durch 30 geteilt werden. Das heißt, bei dieser Art der Interpretation würde es sich um einen rein geometrischen Winkel von 30 Bogensekunden handeln.
Da in der Bestimmungsgleichung für den Basisumfang der Term 2·pi erscheint, ließe sich der Winkel sogar in Bogenmaß darstellen.

 

5.2 - Verfeinerung des Ansatzes

Für einen verfeinerten Ansatz kann man nun folgendermaßen vorgehen: Als Näherungswert wird 43200 angesetzt, und der Faktor k wird von jetzt ab sozusagen als Korrekturfaktor für den Wert 43200 betrachtet. Dieser Ansatz sieht dann so aus:
Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide
 
Die einzelnen Gleichungen werden wieder jeweils nach k umgestellt :
 
Gleichung Proportionalitätdfaktor Polradius Gleichung Proportionalitätdfaktor Äquatorradius Gleichung Proportionalitätdfaktor Ellipse
 
Durch Einsetzen der Werte aus den geodätischen Systemen und dem gemessenen Wert für den Basisumfang in die Gleichungen für den Faktor k erhält man dann folgende Tabelle:
 
Jahr der
Einführung
Geodätisches System kP kA kE
         
1830 Airy 1,003285052 1,006648113 1,004967286
1830 Everest 1,003256404 1,006602804 1,004930301
1841 Bessel 1,003256965 1,006621873 1,004940123
1866 Clarke 1,003336649 1,006749606 1,005043852
1880 Clarke 1,003325769 1,006756353 1,005041793
1909 Hayford (IRE) 1,003388444 1,006778270 1,005084072
1942 Krassowski 1,003380722 1,006755699 1,005068918
1956 Hough 1,003369882 1,006759645 1,005065478
1960 Fischer 1,003368294 1,006743229 1,005056470
1960 WGS 1,003368136 1,006743071 1,005056312
1961 WGS 1,003367202 1,006742816 1,005055718
1966 WGS 1,003364424 1,006739914 1,005052878
1967 IUGG 1,003366828 1,006742282 1,005055264
1967 GRS 1,003366752 1,006742282 1,005055225
1968 Fischer 1,003365776 1,006740704 1,005053948
1969 SüdAm. 1,003366784 1,006742282 1,005055242
1972 WGS 1,003362964 1,006738336 1,005051359
1975 GRS 1,003363717 1,006739125 1,005052130
1976 SAO/GRIM2 1,003366054 1,006741493 1,005054482
1977 Enz. Brit. 1,003367098 1,006745439 1,005056978
1980 GRS 1,003363248 1,006738652 1,005051658
1984 WGS 1,003363248 1,006738652 1,005051658
 
Tabelle 5.3
 
Aus der Tabelle 5.3 lassen sich die maximalen Grenzen der k-Faktoren ableiten:
 
1,00325 < kP < 1,00339 1,00660 < kA < 1,00678 1,00493 < kE < 1,00509
 
Schränkt man auch hier die Betrachtung auf die moderneren Systeme ab 1961 ein, dann lassen sich die Grenzen sogar noch etwas einengen:
 
1,003364 < kP < 1,003368 1,006738 < kA < 1,006746 1,005051 < kE < 1,005057
 
Wird (wie leider allgemein üblich) der Faktor k gleich 1 gesetzt, so erhält man, (bei weiterer Rechnung mit dem Äquatorradius), etwa den von Fix errechneten Wert für den Sockelumfang.

Über den Basisumfang ist damit aber noch nichts ausgesagt. Die nahe 1 liegende Größe für den Korrekturfaktor k scheinen den meisten Pyramidenforschern nichts zu sagen. Hat man sich jedoch ein wenig mit Ellipsenmathematik bzw. geodätischen Systemen beschäftigt, so kommt einem diese Faktorgröße irgendwie bekannt vor !

 

5.3 - Quantisierung des Ansatzes

Vergleicht man nämlich mit den Parametern aus den geodätischen Systemen, so ist nun relativ einfach zu zeigen, dass kP etwa in der Größe des Kehrwertes des Formfaktors fo liegt. Bei kA handelt es sich etwa um das Quadrat des Kehrwertes des Formfaktors fo. Hier die Werte für die Terme des Formfaktor :
 
Jahr der
Einführung
Geodätisches System 1/f0 1/f0-Quadrat
       
1830 Airy 1,003352049 1,006715334
1830 Everest 1,003335538 1,006682201
1841 Bessel 1,003353984 1,006719218
1866 Clarke 1,003401607 1,006814785
1880 Clarke 1,003419212 1,006850116
1909 Hayford (IRE) 1,003378379 1,006768171
1942 Krassowski 1,003363606 1,006738525
1956 Hough 1,003378378 1,006768170
1960 Fischer 1,003363606 1,006738525
1960 WGS 1,003363606 1,006738526
1961 WGS 1,003364285 1,006739888
1966 WGS 1,003364171 1,006739661
1967 IUGG 1,003364127 1,006739572
1967 GRS 1,003364204 1,006739725
1968 Fischer 1,003363606 1,006738526
1969 SüdAm. 1,003364171 1,006739661
1972 WGS 1,003364058 1,006739434
1975 GRS 1,003364092 1,006739501
1976 SAO/GRIM2 1,003364115 1,006739547
1977 Enz. Brit. 1,003367004 1,006745344
1980 GRS 1,003364090 1,006739497
1984 WGS 1,003364090 1,006739497
 
Tabelle 5.4
 
Bildet man aus der Tabelle 5.4 die maximalen Intervalle, so erhält man:
 
1,003353 < 1/f0 < 1,003419   1,006719 < 1/f0-Quadrat < 1,006850
 
Bildet man aus der Tabelle die Intervalle mit den Werten aus den moderneren Systemen ab 1961, so erhält man:
 
1,003363 < 1/f0 < 1,003367   1,006738 < 1/f0-Quadrat < 1,006746
 
Hier noch mal die Grenzen der k-Faktoren aus dem verfeinerten Ansatz: für die moderneren Systeme ab 1961:
 
1,003364 < kP < 1,003368 1,006738 < kA < 1,006746
 
Durch Vergeich läßt sich eine sehr gute Übereinstimmung zwischen den kP und kA Faktoren und dem Formfaktor fo sowie deren Intervalle verzeichnen.

Damit lassen sich jetzt folgende Relationen für die Korrekturfaktoren aufstellen:
 
Proportionalitätdfaktor Proportionalitätdfaktor


5.4 - Basisumfang der großen Pyramide

Mit den abgeleiteten Relationen lassen sich die Gleichungen für den Basisumfang der großen Pyramide nun folgendermaßen angeben:
 
G1 Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide

 

G2 Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide

 

Einsetzten der Werte aus den geodätischen Systemen in die Gleichung G1 liefert dann folgende Werte für den Basisumfang:
 
Jahr der
Einführung
Geodätisches System UB-GeoSys
     
1830 Airy 921,3915435
1830 Everest 921,3803966
1841 Bessel 921,3639717
1866 Clarke 921,3934191
1880 Clarke 921,3672615
1909 Hayford (IRE) 921,4623156
1942 Krassowski 921,4687907
1956 Hough 921,4452694
1960 Fischer 921,4573776
1960 WGS 921,4572322
1961 WGS 921,4557514
1966 WGS 921,4533043
1967 IUGG 921,4555526
1967 GRS 921,4554120
1968 Fischer 921,4550650
1969 SüdAm. 921,4554714
1972 WGS 921,4520673
1975 GRS 921,4527278
1976 SAO/GRIM2 921,4548529
1977 Enz. Brit. 921,4531589
1980 GRS 921,4522987
1984 WGS 921,4522987
 
Tabelle 5.5
 
Bildet man aus der Tabelle 5.5 das maximale Intervall mit dem geodätischen Basisumfang, so erhält man:
 
921,3639 m < UB-GeoSys < 921,4687 m
 
Einschränkung des Intervalles auf die modernen Systeme ab 1961 liefert:
 
921,4520 m < UB-GeoSys < 921,4557 m
 
Daraus ergibt sich der mittlere geodätische Basisumfang:
 
UB : 921,45385 m ± 0,00185 m
 
Daraus ergibt sich der mittlere geodätische Pyramidenseite:
 
P : 230,3634 m ± 0,00046 m
 
230,36294 m < PGeoSys < 230,36386 m
 
 
 
5.5 - Vergleich mit den Messwerten
 
Der Vergleich mit den mittleren Messwerten (Kapitel 4.1.5)
 
UB : 921,449645 m ± 0,004645 m 921,445 m < UB < 921,45429 m
P : 230,36241 m ± 0,00116 m 230,36125 m < P < 230,36357 m
 
Die Abweichung der Mittelwerte für den Basisumfang liegt bei 4,2 mm, und die Fehlergrenzen liegen damit knapp unterhalb der vorgegebenen minimalen geodätischen Fehlergrenze, wenn man sich auf die modernen Systeme beschränkt. Die Abweichung der Mittelwerte für die Pyramidenseite liegt bei 0,53 mm
 
 
Der Vergleich mit den Werten aus dem Fehleransatz:(Kapitel 4.2.4)
 
UB : 921,45307 m ± 0,006 m 921,447 m < UB < 921,459 m
P : 230,36326 m ± 0,0015 m 230,36176 m < P < 230,36476 m
 
 
Trägt man alle Intervalle graphisch über dem Baisumfang auf, ergibt sich die folgende Abbildung. Die Auflösung beträt 1 Teilstrich = 0,01 m
 
Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
Abbildung 5.1 - Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
 
Verfeinert man die Auflösung ergibt sich folgendes Bild. Die Auflösung beträt 1 Teilstrich = 0,005 m
 
Verfeinerter Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
Abbildung 5.2- Verfeinerter Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
 
Wie zu sehen ist, stimmt der Fehleransatz, also der gemessene Wert von Cole und der geodätische Basisumfang ziemlich gut überein. Die Abweichung der Mittelwerte iegt lediglich bei etwa 0,778 mm, und damit innerhalb der vorgegebenen maximalen Fehlergrenze, wenn man sich auf die modernen Systeme beschränkt.Die Abweichung der Mittelwerte für die Pyramidenseite liegt bei 0,14 mm.
 
Der Basisumfang der großen Pyramide von Gizeh läßt sich mit hinreichender Genauigkeit aus den Daten der modernen geodätischen Systeme ableiten (G1 und G2).

 

5.6 - Resultat

Der Formfaktor fo ist definiert als: fo= b/a
 
Einsetzen in die obigen Gleichungen G1 und G2, liefert eine einzige Gleichung. Und zwar:
 
Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide
 
Für die Radien der Schmiegekreise einer Ellipse gelten die folgenden Beziehungen. r1 ist dabei der Radius des kleineren Schmiegekreises, r2 entspricht dem größeren Schmiegekreis
 
r1 = kleiner Schmiegekreis r2 = großer Schmiegekreis
 
Damit läßt sich die End-Gleichung für den Basisumfang auch so formulieren:
 
G3 Gleichung Bassisumfang der großen Pyramide
 
Das bedeutet also, dass der Basisumfang der großen Pyramide nur sekundär auf die Achsen der Erdellipse bezogen sind, primär aber auf den kleinen Schmiegekreis.

Dies ist durchaus sinnvoll, da dieser kleinere Radius auch als Parameter zur Beschreibung von Ellipsen in der Kegelschnittform benutzt wird. Es gilt ja: r1 = p

 

5.7 - Die Pyramidenseite nach Hans Jelitto

Hans Jelitto veröffentlichte 1999 das Buch "Pyramiden und Planeten" in dem er den Basisumfang der großen Pyramide aus dem Volumenverhältnis Sonne/Erde und der Lichtgeschwindigkeit ableitet.

5.7.1 - Voraussetzungen

Die Lichtgeschwindigkeit wird wie folgt angegeben: 299.792.458 m/s ± 1 m/s


Der Radius der Erde wird den geodätischen Systemen entnommen. Siehe Tabelle 5.1.


Auch der Sonnenradius ist inzwischen recht gut bekannt, da er für astronomische Berechnungen benötigt wird. (Wikipedia):

RSonne = 696342 Km ± 65 Km

Daraus ergeben sich folgende Grenzen für den Sonnenradius:

RMax = 696407 Km
RMin = 696277 Km


Das Volumenverhältnis Sonne/Erde ergibt sich zu:

Volumenverhältnis Sonne/Erde

Dabei gilt rErde = a = Äquatorradius (Siehe Tabelle 5.1)

Die Pyramideseite ergibt sich aus dem Lichtweg in einer Sekunde geteilt durch das Volumenverhältnis:

Pyramideseite

5.7.2 - Basisumfang

Einsetzen aller Faktoren in die Gleichungen liefert folgende Werte für den Basisumfang der großen Pyramide:

RMin = 696277 Km ==> UB = 921,7562 - 921,7676 m
RMax = 696407 Km ==> UB = 921,2401 - 921,2515 m

Insgesamt ergibt sich damit: UB = 921,2401 - 921,7562 m

Der gemessene Basisumfang liegt zwar innerhalb des ermittelten Intervalls. Das Intervall selber aber umfasst 0,51 m, was viel zu groß für einen aussagekräftigen Ansatz ist.


5.7.3 - Sonnenradius

Mit dem gemessenen Basisumfang und den bestehenden Daten lässt sich eine Rückrechnung für den Sonnenradius tätigen, damit dieser das Intervall für den Basisumfang einhält.

RSonne = 696354,1 Km ± 4 Km

Nur wenn der Sonneradius innerhalb der angegebenen Grenzen von maximal 4 Km liegt funktioniert die Theorie von Jelitto bzgl. der Pyramidenseite der großen Pyramide.


5.7.4 - Pyramidenseite

Aus dem Sonnenradius ergibt sich für den Basisumfang:

UB = 921,4490 - 921,4615 m

Der mittlere Basisumfang ergibt sich zu:

UB : 921,4455 m ± 0,00625 m 921,43925 m < UB < 921,45175 m


Die mittlere Pyramidenseite beträgt dann:

P : 230,3613 m ± 0,001562 m 230,359738 m < P < 230,362862 m

 

5.8 - Vergleich der Jelitto Daten
 
Der Vergleich mit den mittleren Messwerten (Kapitel 4.1.5)
 
UB : 921,449645 m ± 0,004645 m 921,445 m < UB < 921,45429 m
P : 230,36241 m ± 0,00116 m 230,36125 m < P < 230,36357 m
 
Die Abweichung der Mittelwerte für den Basisunfang liegt bei 4,145 mm, und die Fehlerintervalle überlappen sich. Die Abweichung der Mittelwerte für die Pyramidenseite liegt bei 1,11 mm

 

Der Vergleich mit den Werten aus dem Fehleransatz:(Kapitel 4.2.4)
 
UB : 921,45307 m ± 0,006 m 921,447 m < UB < 921,459 m
P : 230,36326 m ± 0,0015 m 230,36176 m < P < 230,36476 m
 
Die Abweichung der Mittelwerte iegt bei 7,57 mm, und die Fehlerintervalle überlappen sich. Die Abweichung der Mittelwerte für die Pyramidenseite liegt bei 1,96 mm

 

Der Vergleich mit den geodätichen Messwerten (Kapitel 5.4)
 
UB : 921,45385 m ± 0,00185 m 921,4520 m < UB < 921,4557 m
P : 230,3634 m ± 0,00046 m 230,36294 m < P < 230,36386 m
 
Die Abweichung der Mittelwerte iegt lediglich bei etwa 8,35 mm, und die Fehlerintervalle überlappen sich. Die Abweichung der Mittelwerte für die Pyramidenseite liegt bei 2,1 mm

 

Trägt man alle Intervalle graphisch über dem Baisumfang auf, ergibt sich folgende Abbildung: Die Auflösung beträt 1 Teilstrich = 0,01 m
 
Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
Abbildung 5.3 - Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
 
Verfeinert man die Auflösung ergibt sich folgendes Bild. Die Auflösung beträt 1 Teilstrich = 0,005 m
 
Verfeinerter Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
Abbildung 5.4 - Verfeinerter Vergleich für den Basisumfang der großen Pyramide
 
 
Das Jelitto Intervall und das Intervall der mittleren Messwerte (Kapitel 4.1.5) überlappen. sich. Der Jelitto Mittelwert liegt an der unteren Grenze des Messwert Intervalles. Die Mittelwerte liegen 4,145 mm außeinander.

Das Jelitto Intervall und das Intervall des Fehleransatzes (Kapitel 4.2.4) überlappen sich zwar noch, aber die Mittelwerte liegen 7,57 mm außeinander.

Das Jelitto Intervall liegt unterhalb des geodätischen Intervalles. Die Mittelwerte liegen 8,35 mm außeinander.

Zum Vergleich

Die Abweichung der Mittelwerte für das geodätische Intervall und das Intervall der mittleren Messwerte für den Basisumfang liegt bei 4,2 mm,

Die Abweichung der Mittelwerte für das geodätische Intervall und dem Fehleransatz liegt bei etwa 0,778 mm


Hieraus wird ersichtlich das der Mittelwert des Jeltto Ansatzes bzgl. der geodätischen Daten etwas zu klein geraten ist. Der Unterschied Jelitto Ansatz zum geodätischen Ansatz beträgt 8,35 mm.

 

 

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