Burkhard Heims Hauptwerk heißt: „Elementarstrukturen der Materie“ und stellt einen Ansatz für eine ganzheitliche Physik dar.
Die folgende Schrift ist Teil einer Rede die Burkhard Heim 1988 auf einer Tagung in Köln hielt. Das Hauptthema der Tagung war Naturwissenschaft und Lebensenergie.
 
Die Rede ist der indirekte Beweis warum man für das Verständnis des Universums einen mehrere Ebenen umfassenden Ansatz braucht.
 
Wir können über unsere Welt zwei grundsätzliche Aussagen machen. Wir können sagen:

a) Diese Welt ist reine Physis (wenn ich unter Physis den logischen Bereich dessen verstehe, was mathematisierbar und quantifizierbar ist) Anders ausgedrückt, diese Welt ist reine Physis und voll im Physischen verhaftet, also was nicht mathematisierbar ist, gehört nicht zu unserer Welt.

Ich kann aber auch einen gleichwertigen zweiten Satz formulieren:

b) Diese materielle Welt ist ein mathematisierbarer Ausschnitt aus einer übergeordneten Ganzheit, die uns unbekannt ist
 
 
Nun haben diese beiden Sätze eigentlich das Niveau von reinen, sich aber ausschließenden Glaubensbekenntnissen. Wenn ich sage, der eine oder andere Satz wäre wahr, dann ist das ein bloßer Glaubenssatz, der durch nichts aber auch gar nichts bewiesen ist, zumal auch der kämpferische Atheismus und der Materialismus auch nur Glaubenssätze sind. Es stellt sich die Alternativfrage nach der Wahrheit von Satz a) oder Satz b).
In diesem Zusammenhang habe ich folgenden Vorschlag zu unterbreiten (diskutiert in einer Schrift mit dem Titel: Postmortale Zustände)
Im Rahmen des Schlusses einer reductio ad absurdum unterstelle ich, daß einer dieser Sätze wahr ist und zwar derjenige, der am ehesten einleuchtet. Das kann nur der Satz a) sein, der sagt, diese Welt sei Physis und nichts als Physis.
Wird behauptet, dieser Satz sei wahr, dann muß zugleich gesagt werden, daß aus empirischen Gründen und aus Gründen wissenschaftlicher Ehrlichkeit zugegeben werden muß, daß es zumindest auf einem Gestirn dieses Universums, nämlich der Erde, Materie mit der Eigenschaft des Lebendigen gibt. So kann der Satz „Diese Welt ist Physis“ z.B. auf die Astrophysik, die Partikel-Physik, die Chemie oder die Astronomie angewendet werden und dies ganz universell mit größtem Erfolg, denn die gesamte materielle Welt wird durch den Weltselektor beschrieben. Es kommt jedoch als empirische Induktion die Existenz lebender Organismen hinzu. Wenn die Methoden der Physis auf auf den Lebensprozess angewendet werden, so gelangt man zur Biochemie und Biophysik, was schließlich zur allgemeinen Molekularbiologie, bzw. zur Molekulargenetik führt.
Nach der Empirie dieser Molekulargenetik besteht die genetische Substanz aus Desoxyribonukleinsäure (DNS), welche die Information über einen Organismus codiert enthält in Form von sogenannten Codons.
Es sind dies immer drei Nukleotide, die durch Phosphor-diester-Brücken verbunden sind. Man kann zeigen, daß immer drei Nukleotide eines solchen Codons als Katalyt sozusagen eine Syntheseanweisung für irgendwelche Aminosäuren oder im Verbund für Proteine sind. Sie können sich auch selbst erzeugen.
 
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Die Nukleotide unterscheiden sich durch die vier möglichen Basisradikalean einer bestimmten Stelle, was zu den Nukleotidformen Adenin, Guanin, Citosin und Thymin führt.
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Immer drei dieser Nukleotide bilden ein Codon. Jeweils zwei der Basen sind zueinander komplimentär, so dass sich an die Helix dieser DNS über H-Brücken eine komplementäre Helix anlagert. Aufgrund dieser Komplementarität wird ein solches Gefüge aus aufeinanderfolgenden Codoneinheiten reduplizierbar. So entsteht die Doppelhelix der DNS als Genträger.
Wesentlich ist, dass die Folge der Codons auf der Doppelhelix als kommafreier Triplett-Code aus vier Schriftzeichen, nämlich vier Nukleotide lesbar ist. Die verwendeten Nukleotidzeichen sind: Adenin, Guanin, Citosin und Thymin, wobei Thymin eventuell durch Urazil ersetzbar ist.
Diese Substanzen bestehen nur aus sechs Elementen des periodischen Systems, nämlich aus Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Schwefel und Phosphor.
Wenn also der Satz a) richtig ist „Die Welt ist Physis und nichts als Physis“, dann müsste es möglich sein, aus einer Wellenmechanik der Valenzschalen dieser sechs Atomsorten eine Theorie des gesamten Lebens zu entwickeln.
Es ist dies eine Vorstellung, die Menschen wirklich vertreten, nur steht dem der Gödel`sche Satz der Logik im Wege. Nach diesem Satz kann man aus einem übergeordnetem System logischer Sätze ein System als Untersystem ausklammern. Dann kann man aus dem übergeordneten System logischer Sätze jeden Satz des Subsystems herleiten. Jedoch kann man dies nicht umkehren, d.h. es ist unmöglich allein aus dem Subsystem Sätze des übergeordneten Systems herzuleiten.
Ich habe gern folgendes Modell benutzt. Nehmen wir einmal an, wir würden den Kölner Dom besuchen. Wir wundern uns über die Architektur und möchten nun gerne erfahren, wie die Architektur-Gesetze beschaffen sind. Ich würde ihnen dann sagen: Schauen sie mal, da ist ein Backstein locker, den ziehen wir heraus. Ich habe im Labor ein Mikrometer und wir messen den Stein damit genau aus. Wenn wir hinreichend viele Dezimalstellen bestimmt haben, dann kennen wir die Architektur-Gesetze des Kölner Doms. Sie werden mit Recht sagen: wir werden niemals aus dem einen Stein allein auf die Architektur schließen können.
Wenn wir aber die Architektur-Gesetze des Domes kennen, dann begreifen wir, warum dieser Backstein an dieser Stelle zweckmäßig ist. Dies veranschaulicht der Gödel`sche Satz der Logik; denn der Baukstein wäre das Subsystem, die Architektur-Gesetze das übergeordnete System.
 
Im Fall der Molekularbiologie kann festgestellt werden, dass der elementare Lebensprozess durch die DNS-Doppelhelix noch keineswegs repräsentiert wird; denn es ist neben der DNS noch mindestens ein Protein erforderlich, welches in der Lage ist, den Beginn eines Satzes genetischer Information und sein Ende aufzufinden. Dies bedeutet, dass sowohl die Codons als auch die Nukleotide bzw. die erwähnten sechs Atomsorten das Subsystem weiterer logischer Sätze darstellen.
 
Das übergeordnete System sind die Prinzipien des elementaren Lebensprozesses, von denen wir, wenn wir sie kennen, auch verstehen werden, warum diese sechs Atomsorten so zweckmäßig sind und diese Nukleotide eben ein genetisches Muster aufbauen. D.h. hier tritt der Begriff der Organisation in die Welt. Wenn wir vom Leben sprechen, müssen wir von Organisation hoher Komplexität sprechen. Die lebende Struktur ist ein übergeordnetes , logisches System. Die Materie erscheint hingegen als das Subsystem des Gödel`schen Satzes. Es kann wohl von dem übergeordneten System auf den materiellen Bau geschlossen werden, nicht aber umgekehrt.
Man braucht daher neben dem logischen Bereich der Physis auf jeden Fall noch mindestens einen Bereich von nicht quantifizierbaren Struktur- und Organisationsgesetzen, den ich als einen logischen Bereich des Bios bezeichnen möchte, nämlich den Bereich der Logik übergeordneter biologischer Organisationen.
Wenn aber noch ein weiterer logischer Bereich, nämlich der Bereich des Bios erforderlich ist, die Welt mit ihren Lebewesen zu erfassen, dann steht dies im krassen Widerspruch zu meiner eingangs gemachten Behauptung, der Satz a) sei wahr, die Welt sei Physis und nichts als Physis. Da dieser eklatante Widerspruch existiert, ist der Satz a) schlicht und einfach falsch.
Es wurde somit zwischen den alternativen Sätzen a) oder b) entschieden, und zwar zugunsten von b).
Die Welt der Materie ist demnach ein Ausschnitt aus einer übergeordneten Ganzheit der Welt, die uns unbekannt ist.
So ermutigt kann man nun Lebewesen untersuchen und stellt fest, dass sie Eigenschaften haben, die sich aus dem Bios allein gar nicht verstehen lassen, so daß man noch einen logischen Bereich, den Bereich der Psyche braucht, in dem dann auch die nicht quantifizierbaren Ereignisse, die ich vorhin erwähnte, die des psychologischen Innenraumes, zu finden sind. Diese Psyche kommt wohl jedem lebenden Organismus zu.
Wenn man die Geistesgeschichte der Menschheit betrachtet, dann kann festgestellt werden, das noch ein logischer Bereich benötigt wird, der aus den rein psychischen Belangen nicht herleitbar ist, nämlich der Bereich des Mentalen. Die Existenz dieser völlig verschiedenen Bereiche logischer Aussagen ist offenbar die Schwierigkeit bei der Betrachtung allen Lebens.