DER PARK IN DEN SAALECKER WERKSTÄTTEN

Anhand der Analyse der Parkanlage in den Saalecker Werkstätten, kann die Anlage also von drei Seiten aus betrachtet werden:
 
1) aus geometrischer Sicht
2) aus astronomischer Sichtweise
3) unter esoterischen Gesichtspunkten

 

 

Die geometrische Sichtweise
         
Gitter im Park   St.Pierre in Poitiers
St.Pierre in Poitiers
  Der geometrische Ausgangspunkt in der Anlage ist die Distanz zwischen der Freitreppe und dem achteckigen Wasserbassin.
Daraus konnte ein Gittersystem entwickelt werden, das den Park in seinen Maßen und seiner Struktur erklärt.

Das in Saaleck ermittelte Gitter mit Diagonalgitter und die Verfeinerung durch ständiges Halbieren ergeben ein geometrisches Muster das stark an kathedrale Maßwerke erinnert.
Unterstrichen wird dies noch durch die längliche Ausführung der Parkanlage.
Somit könnte man den Park in den Saalecker Werkstätten auch als
Landschaftskathedrale bezeichnen.
Amien
Amien

 

 

Die astronomische Sichtweise
     

Sonnenstelen

  Der astronomische Bezug des Gartens in den Saalecker Werkstätten besteht in der Ost-West -Ausrichtung des Parks. Die Achse weist eine Abweichung von 4-5 Grad von der topographischen Ost-West-Richtung auf.
Etwa zur Tag-und Nachtgleiche kann daher beobachtet werden, wie die Sonne genau zwischen den mittleren Stelen untergeht.
     
Sonnenlauf im Jahresverlauf   Der Park stellt somit ein Kalendarium dar.

Einst standen vier Putten im Garten. Die Putten stammen aus dem 18ten Jahhrhundert und stellen die Jahreszeiten dar. Die Skulpturen erstand Paul Schultze-Naumburg auf einer Italienreise in Viccenza

Daraus lässt sich schliessen, das Schhultze-Naumburg sich des astronomischen Bezuges seiner Anlage durchaus bewusst war.
     
Einen weiteren Hinweis liefert hier das Gästebuch der Saalecker Werkstätten. Etwa eine Woche vor der Frühlings-Tag und Nachtgleiche haben praktisch alle führenden Männer des dritten Reiches Saaleck im Laufe der Jahre besucht. Wahrscheinlich ist, daß der Zeitpunkt des Besuches mit dem astronomischen Ereigniss abgestimmt war. So dass diese Menschen den Sonnenuntergang auf der Mittelachse miterleben konnten.

 

 

Esoterischer Gesichtspunkt 1
 
Helena Petrowna Blavatsky lebte von 1831 bis 1891. Ihre "Geheimlehren" erschienen kurz vor der Jahrhundertwende etwa 1888.
E.P. Blavatskaja lieferte vor allem mit ihren beiden Werken "Isis Unveiled" (1877) und "Die Geheimlehre" (1888) die theoretischen Grundlagen einer Lehre, die ihre Thesen aus sehr unterschiedlichen Quellen gewann.
Neben dem Neuplatonismus standen Kabbala, Gnosis, Hinduismus, Buddhismus, Überlieferungen antiker Mysterienkulte, Pythagoreismus und französischer Okkultismus Pate, wobei den östlichen Denksystemen eine zentrale Stellung zukommt.
Dennoch kann man die Theosophie Blavatskajas als ein in sich relativ geschlossenes System beschreiben, das sich von weiteren in der russischen und europäischen Geistesgeschichte eine Rolle spielenden okkulten Systemen wie dem französischen Okkultismus, dem Spiritismus und der sich später aus der Theosophie entwickelnden Anthroposophie Rudolf Steiners deutlich abgrenzen läßt.
Blavatsky erfuhr viel über die Inhalte der indischen Literatur durch den berühmten Indologen Max Müller (1823 - 1900). Dieser herausragende Sprach- und Religionswissenschaftler deutscher Herkunft förderte in Oxford die Vedaforschung und war zu seiner Zeit eine international anerkannte Persönlichkeit. Noch heute wird seine Sammlung der Upanishaden benutzt.
 
Rudolf Steiner lebte von 1861 bis 1925. Seine Anthroposophie geht direkt aus Blavatsky`s Theosophie hervor. Beide beschäftigten sich u.a. mit dem 7er-Chakrensystem und der Kundalini recht ausführlich in ihren Werken.
Hinzu kommt noch das Steiner eine Weile in Weimar lebte (1890-96/97) und im Goethe- und Schiller-Archiv arbeitete. Weimar liegt in der Nähe von Saaleck bzw. Naumburg, nur etwa 30 km entfernt.
1894-1896 Besuche und Arbeitsaufenthalte im Nietzsche-Archiv in Naumburg. Bekanntschaft mit
Elisabeth Förster-Nietzsche, die Steiner als Mitherausgeber der Werke ihres Bruders gewinnen will. Begegnung mit dem kranken Friedrich Nietzsche in Naumburg.
Weiterhin existiert ein gemeinsamer Bekannter von Steiner und Schultze-Naumburg. Ein
Dr. Fritz Kögel, der als der Herausgeber der Nietzsche Werke genannt wird. Und genau dieser Fritz Kögel wohnte eine Zeit lang sogar in unmittelbarer Nachbarschaft von Schultze-Naumburg in Saaleck und arbeitete auch mit Schultze-Naumburg in den Saalecker Werkstätten zusammen. Von Fritz Kögel ist es zwar nicht belegt, aber seine Frau soll Anthroposophin gewesen sein.
 
Arthur Avalon (John Woodroffe) lebte von 1865 bis 1936 und veröffentlichte Bücher über das Laya-Yoga bzw. Kundalini-Yoga und die Schlangenkraft, die bis heute als Standardwerke zum Kundaliniyoga gebraucht werden.
 
Paul Schultze-Naumburg lebte von 1869 bis 1949. Er war also ein direkter Zeitgenosse der eben genannten Personen. Daher sollte es nicht verwundern, wenn Schultze-Naumburg sich u.a. mit okkulten Themen wie dem Kundalini-Yoga auseinander gesetzt hat. Zumal die Beschäftigung mit Okkultismus (Esoterik) damals ziemlich in Mode war. Und einige Hinweise darauf existieren dass sich Schultze-Naumburgs Weg mehrere Male mit der von Anthroposophen gekreuzt hat.
Für Schultze-Naumburgs Münchener Zeit gibt es noch Hinweise das es da Kontakte zu den sogenannten
Kosmikern (Gruppe von Ludwig Klages, Alfred Schuler, Stefan George und Karl Wolfskehlund) und zur Thule-Gesellschaft gegeben haben könnte.
 
Denn mit der im Park zugrunde liegenden Geometrie haben wir eine Struktur vor uns stehen, die einen eindeutigen Zusammenhang zu östlichen Glaubenssystemen herstellen lässt Den Park mit der S-Treppe kann man so auch als Darstellung des Chakrensystems mit seinen sieben Chakren und drei Kanälen mit samt der Kundalini (Schlange) auffassen.
Selbst die drei Kanäle sind vorhanden. Der Mittelweg im Park als Ausdruck des Rückgratkanals und links und rechts Pingala der Mondkanal und Ida der Sonnenkanal. Ihre Entsprechungen haben diese Kanäle in der Auffahrt zum Haupthaus und der Zufahrt zum Architektenhaus.
 
 
Zum Vergleich hier eine übliche Abbildung des Chakrensystems beim Menschen.   Der Äskulapstab ist ebenfalls eine westliche symbolische Darstellung des Chakrensystems.
Chakrensystem   Äskulap-Stab
     
     
Dann lässt sich die gesamte Situation des Parks auch so darstellen:
     
         
Chakren im Park   Chakrensystem im Menschen   Aufgrund der akribischen und wohl durchdachten Planung die Paul Schultze-Naumburg bei seinen sonstigen Projekten an den Tag legte, ist es quasi unmöglich das die Siebener-Struktur also rein zufällig entstand !!!
In seinem Buch über Saaleck bezeichnet Schultze-Naumburg den Mittelgang als Rückgrat des ganzen eigentlichen Gartens.So kann man also davon ausgehen, das Paul Schultze-Naumburg genau wusste, was es mit der Zahl sieben und dem Schlangensymbol auf sich hat. Und das wiederum ist ein Hinweis darauf, das Schultze-Naumburg sich auch mit esoterischen Themen beschäftigt haben muss.


Den Park kann man daher als Darstellung des Chakrensystems mit seinen sieben Chakren mitsamt der Kundalini (Schlange, Schlangenkraft) auffassen.


 

In der Geomantie wird ein Ort, der eine Chakrenstruktur besitzt, ein Landschaftstempel genannt.

 
Mit der im Park zugrunde liegenden Geometrie haben wir auch eine Struktur vor uns stehen, die einen eindeutigen Zusammenhang zu östlichen Glaubenssystemen herstellt.
Und dies mag wohl der Grund für Paul Schultze-Naumburg gewesen sein die Siebener-Struktur durch eine Verkürzung (im Plan) unkenntlich zu machen. Der sonst so westlich orientierte Mann wollte einfach seine östliche Anleihe verbergen und verkürzte die Längsachse in dem Plan den er veröffentlichte um etwa 6 Meter. D.h. alle Pläne die auf Schultze-Naumburgs Plänen basieren sind also nicht korrekt.

 

 

Esoterischer Gesichtspunkt 2

     
Freitreppe im Park   In die Freitreppe (die den Mittelpunkt der Anlage bildet) eingearbeitet ist eine Grotte mit Bassin. Früher stand dort die Statue eines Jünglings die einen Fisch hielt. Aus dem Fischmaul sprühte eine Wasserfontäne die den hinteren Teil der Grotte befeuchtete.
Wassertropfen, die mit hoher Geschindigkeit auf einen Widerstand prallen, entwickeln Elektrizität.. Das Wasser wird positiv geladen, die Luft entweicht in Form von Wassernebeln, angereichert mit negativen Ionen. Dies nennt man den Lennard-Effekt.
Einatmen der Luft bewirkt eine nachhaltige Erfrischung.
     
Vernebelungsanlage   Überall da, wo Luft herrlich frisch ist, wo sie dem Menschen wohltut, wo sie ihn gesund macht und gesund hält, gibt es negative Ionen im Überfluss: im Gebirge, am Meer, an Wasserfällen, nach einem reinigendem Gewitter
Und umgekehrt: Überall, wo sie müde, ja krank macht, da fehlen die negativen Ionen.

Luft-Ionositaren wie der Springbrunnen in der Freitreppe erzeugen eben diese unentbehrlichen Bausteine gesunder Luft.

Das nebenstehende Bild zeigt einen Luft-Ionisator wie er im Gesundheitspark Quellenbusch in Bottrop benutzt wird.
 
Im Feng Shui wird ein Ort, der eine Wasservernebelung besitzt, ein Drachenpunkt genannt.
 
 
 
Bilanz
 
Ihren Höhepunkt erfährt die geomantische Anlage in der Freitreppe als Herzchakra und stellt mit der Ausbildung als Drachenpunkt nicht nur geometrisch sondern auch energetisch den Mittelpunkt der näheren Umgebung dar. Steht man auf der Freitreppe wird das Bild abgerundet durch die im Hintergrund zu sehende Saalecker Burg. Rechts im Bild das Torhaus und das Haus links am Berg ist das ehemalige Haus von Dr. Fritz Kögel.
 

Blick aus dem Park auf Burg Saaleck

 
Insgesamt kann man davon ausgehen, das Paul Schultze-Naumburg genau wusste, was er da baute. Aufgrund der sonst so durchdachten Architektonik bei anderen Projektierungen, ist es daher ausgeschlossen das Schultze-Naumburg den Park in den Saalecker Werkstätten rein zufällig in seiner Struktur zusammenstellte und es nicht merkte.
Hier lässt sich noch bemerken das Marco Pogacnik, praktisch der bekannteste Geomant Europas, ein geomantisches Projekt am Schloss Freudenberg durchführte. Dieses Schloss wurde 1904 von Schultze-Naumburg entworfen und Pogacnik bestätigt das hier geomantische Grundregeln angewandt worden sind. Daher kann davon ausgegangen werden, das Schultze-Naumburg etwa ab 1904/05 über Kenntnisse der Geomantie verfügte. Weitere grössere Projete sind noch:
 
Gutsanlage Schloss Bahrendorf bei Magdeburg (1908-1912)
Landhaus Andreae in Potsdam (1912)
Gutsanlage Schloss Marienthal bei Eckartsberga (1912-1914)
Schloss Cecilienhof in Potsdam (1914-1917)
 

Insgesamt lässt sich der Schluss ziehen, das Paul Schultze-Naumburg außer mit Astronomie sich auch mit Esoterik (genauer: Geomantie, Feng Shui, Chakrensystem, Kundalini-Yoga) beschäftigt haben muss.

 
Die Konzeption des Parks in den Saalecker Werkstätten als Landschaftskathedrale, Kalendarium und Landschaftstempel mitsamt der tatsächlichen landschaftlichen Einbettung stellt eine landschaftsarchitektonische und geomantische Meisterleistung dar.