Eine 1000jährige geomantische Landschaftsstruktur im nordwestlichen Ruhrgebiet

Copyright Klaus Piontzik


Zwei besondere Punkte in Bottrop

1.0   Der Ausgangspunkt im Bottroper Stadtpark
1.1   Achsen im Stadtpark
1.2   Objekte um und im Stadtpark Bottrop
1.3   Die Eigenschaften des geographischen Punktes
1.4   Der Gauss-Krüger-Punkt
1.5   Die Koordinaten-Strecke
     
     
     
     
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1.0 Der Ausgangspunkt im Bottroper Stadtpark  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
 
 
1092 wird Borgthorpe erstmalig in den Besitzregistern des Klosters Werden erwähnt. 1150 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung von Borthorpe im Heberegister des Klosters Werden. Die Namensbezeichnung weist auf ein besonderes Gehöft hin (Bor = hochliegend, -thorpe = Gehöft, Dorf). 1155 besitzt das Kloster Deutz in Borthorpe eine abgabenpflichtige Kirche. Die erste Cyriakus-Kirche entsteht als Filialkapelle der Pfarrei Osterfeld. Damit wird aus der Streusiedlung ein Kirchspiel ("Kerspel Borthorpe"), das fünf Bauernschaften umfasst, und dadurch einen gemeinsamen Übernamen erhält.
Bottrop entwickelte sich erst seit 1863, durch den Kohlebergbau, zu einer Stadt. Die Stadtrechte erhielt Bottrop 1919.

Bottrop liegt quasi mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Und wie fast jede andere Stadt besitzt Bottrop auch einen Stadtpark, der allerdings eine im Ruhrgebiet einmalige Eigenschaft besitzt.

Im Bottroper Stadtpark existiert ein ausgezeichneter geographischer Punkt. Die geographische Besonderheit dieses Punktes besteht darin, das seine Koordinaten, also Länge und Breite, keine Sekundenanteile enthalten.
Bis zur kommunalen Neuordnung 1976 wurde dieser Punkt als geographische Position von Bottrop angegeben. In Atlanten, wie z.B. Knaurs Weltatlas/1988, findet man daher immer noch diese Koordinaten:
 
Phi 51 32 N geographische Breite
Lambda 06 55 E geographische Länge
     
Es existieren auf der Erdoberfläche 64800 Punkte die nur ganze Grade, also keine Minuten und Sekunden, enthalten. Wie der Punkt im Stadtgarten gibt es 233,28 Millionen Punkte auf der Erdoberfläche die Minutengenau sind, also keine Sekundenanteile besitzen. Und es existieren etwa 840 Milliarden Punkte die nur ganze Sekundenanteile besitzen. Und dazwischen gibt es unendlich viele Punkte mit kommabehafteten Sekundenanteilen. Mathematisch gesehen gehört der Punkt im Bottroper Stadtpark also zu einer kleinen und endlichen Teilmenge. Das ist seine geographische Besonderheit.
     
Dieses Phänomen ist in keinem anderen Park im Ruhrgebiet vorzufinden.
     
Der zugehörige Ort lässt sich mittels der Koordinaten über eine topographische Karte (4407-Bottrop) ermitteln. Dieser Ort liegt auf der Festwiese im Stadtpark von Bottrop.
     
     
  Das Bild zeigt die Festwiese im Stadtpark zwischen Overbeckshof und dem Marien-Hospital im Hintergrund

Landschaftsmäßig ist der ausgezeichnete geogographische Punkt allerdings gar nicht weiter auffällig, da lediglich durch eine Buschgruppe, am linken Rand der Festwiese, markiert
     
  Der Teich mit der Wasserfontäne aus einer anderen Perspektive. Im Hintergrund im Bild ist der Overbeckshof (aus dem 14ten Jahrhundert) zu erkennen
     
 
 
Dieser Teil des Stadtparks mit der Festwiese wurde der Öffentlichkeit erst 1935 zugänglich gemacht.
Die älteren Teile, also der alte Stadtgarten, stammen aus den Jahren 1914 bis 1918.

 

 

1.1 Achsen im Stadtpark  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
 
     
 Die Achsen im Stadtpark Bottrop   Zeichnet man die Koordinaten des ausgezeichneten Punktes in eine Karte des Stadtgartens von Bottrop ein, so ergibt sich die nebenstehende Abbildung.
Die waagerechte und die senkrechte Linie stellen das geographische System dar, und sind auch mit den jeweiligen Längen- und Breitenangaben versehen.

Es existieren mehrere Achsen im Stadtpark Bottrop

Die Allee, die zwischen den Schlagetter-Teichen verläuft, ist auf den geographischen Punkt ausgerichtet.
Der Anfang der Allee ist im Bild oben links erkennbar, auf der dicken dunkelblauen Linie.

Wie zu sehen ist, liegt auf der Linie noch das alte Heimatmuseum das heute ins Quadrat eingegliedert ist und früher als Wohnhaus für den Bürgermeister benutzt wurde

 

 

1.2 Objekte um und im Stadtpark Bottrop  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
 
 
Die Allee zwischen den Schlagetter Teichen
     
 
     
  Die Allee ist in ihrer Längsachse auf den ausgezeichneten geographischen Punkt ausgerichtet. An dem Ende der Alle, das bei den Teichen liegt, erfolgt ein Abschluss durch einen halbrunden Platz, umsäumt von Bänken, mit einem Denkmal im Mittelpunkt
Vom Platz aus führt dann ein einfacher Weg weiter, der die Allee noch einmal bis zur Lindhorststrasse verlängert .
     
  Etwa in Höhe des abschliessenden Platzes befinden sich links und rechts der Allee noch zwei Teiche - die Schlagetter Teiche.
     
     

 

Overbeckshof    
     
 Der Overbeckshof  
     
Der Overbeckshof stammt aus dem 14 ten Jahrhundert und enthält heute eine Gaststätte. Die 200 jährige Buche ist im linken Bild gut zu sehen
Von der Buche aus führt eine kleine Allee von Birken zur Hans-Böckler-Strasse. Diese Allee, die Buche sowie die im Bild zu sehende Rasenfläche vor Overbeckshof liegen auf der gelb-orangen Achse im obigen Plan des Stadtparks und sind auf das Marienhospital ausgerichtet. Die Ausrichtung geht dabei nur ein paar Meter am ausgezeichneten geographischen Punkt vorbei.
     
 
     
     

 

Das Marien-Hospital    
     
Der Baubeginn des Marienhospitals am Stadtpark war 1929 . Das Marien-Hospital bezog 1931 am Randebrock seinen dritten Bau und wurde am 18. Mai 1933 eingeweiht
 Das Marienhospital 1939    Das Marienhospital 2004
     
 Das Marienhospital heute   Am 11.4.1942 trifft eine Luftmine einen Flügel des Marienhospitals und richtet schwere Zerstörungen an. Der zerstörte Gebäudeflügel konnte erst 1952 wieder aufgebaut werden.
Nach dem Wiederaufbau kamen allmählich die Erweiterungen der Gebäude und des medizinischen Angebots. Es kamen 1956 ein Wohnhaus für Angestellte, 1961 das Schwesternwohnheim, 1968 eine Cafeteria und 1973 die Kinderklinik hinzu
     
Das gesamte Marienhospital ist, in seiner Längsachse (die violette Linie im Plan des Stadtparks), auf den ausgezeichneten geographischen Punkt ausgerichtet.
     
     

 

Das alte Heimatmuseum      
     
   Das Quadrat - Heimatmuseum  Das Quadrat - Heimatmuseum
Das alte Heimatmuseum stammt aus den 30er Jahren des 20ten Jahrhunderts und wurde anfänglich als Wohnhaus für den Bürgermeister benutzt.
Die Allee die zwischen den Schlagetter-Teichen liegt und auf den geographischen Punkt ausgerichtet ist verläuft in ihrer Verlängerung durch das Heimatmuseum.
     
       

 

Das Quadrat        
         
 Das Quadrat - Gesamtansicht    Quadrat Teilansicht    Das Quadrat - Teilansicht
Das Quadrat im Stadtpark Bottrop
   Quadrat Übergang zum Josef-Albers-Teil
         
     Quadrat Übergang zum Josef-Albers-Teil
   
   
1976 entstand im Stadtpark Bottrop das Weiterbildungszentrum „Quadrat“ mit drei Gebäuden für: Ur- und Ortsgeschichte, Medienzentrum und Räumlichkeiten für die moderne Galerie. Mit dem Bau des Museumszentrums wurde das bestehende Heimatmuseum um eine Eiszeithalle erweitert, die die mehr als 7.000 Funde aufnehmen konnte
Das Bottroper Quadrat vollendete sich im Jahre 1983, mit dem Bau des vierten Gebäudes, durch den Architekten Bernhard Küppers. Das Gebäude ist dem Künstler Josef Albers, und seinen Werken, gewidmet.
Josef Albers soll sich im übrigen zeitweise auch mit der Architektur des Bottroper Stadtparks beschäftigt haben.
Das gesamte Quadrat orientiert sich in seiner Architektur an der Alleeausrichtung.
   

 Das Quadrat in Bottrop

 

 

1.3 Die Eigenschaften des geographischen Punktes  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
 
 
Der geographische Punkt und der nähere Bereich um ihn (Kreis von etwa 20 Meter Radius), ist in zweifacher Hinsicht, ein zentraler Orientierungspunkt.
 
 
  1) Er ist der Mittelpunkt der unmittelbaren Lanschaftsstruktur, und zwar in einem Umfeld von 1 km
     
  a) Die Allee, die zwischen den Schlagetter-Teichen, und in ihrer Verlängerung, bis zur Lindhorst-Strasse, verläuft ist auf diesen Punkt ausgerichtet
  b) Das Marien-Hospital ist auf diesen Punkt ausgerichtet
  c) Die Birkenallee, die von der Hans-Böckler-Straße zum Overbeckshof führt, (an der 200 jährigen Buche vorbei) ist auf das Marienhospital ausgerichtet, tangiert aber den Bereich um den Punkt
     
     
  2) Hier überlappen sich sowohl lokale wie regionale Ordnungsstrukturen
     
  a) Die Allee, die zwischen den Schlagetter-Teichen verläuft ist, in ihrer Verlängerung, eine Hauptachse für das Stadtzentrum Bottrops
  b) Gleichzeitig ist der genaue geographische Punkt ein wichtiger Orientierungspunkt für die Landschaft im Umkreis von etwa 30 km. Hier befindet sich die Dreiecksspitze eines Quadraturdreiecks zwischen Bottrop, Essen und Mülheim. Die vollständige Quadraturkonstruktion umspannt dabei den gesamten nordwestlichen Bereich des Ruhrgebietes

 

 

1.4 Der Gauß-Krüger-Punkt  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
     
     
 Der Gauß-Krüger-Punkt   Zeichnet man in die topographische Karte (4407-Bottrop) die geographischen Koordinaten für den ausgezeichneten Punkt und die Hauptlinien im Stadtpark ein, so ist auffallend, das die Allee zwischen den Schlagetterteichen bzw. deren Verlängerung als Weg zur Linhorst-Strasse hin, einen weiteren besonderen Punkt enthält.

Neben dem geographischen System (rot) existiert noch ein zweites Koordinatensystem (blau), das sogenannte
Gauß-Krüger-System.
Und wie bei dem ersten Punkt existiert hier auch ein Punkt, dessen Positionsangaben nur aus ganzen Zahlen besteht.

Rechtswert 2563
Hochwert 5712
 
 
Auf topographischen Karten (1:25000) sind immer zwei Systeme (am Kartenrand) vorhanden:

1) das geographische System
2) das Gauss-Krüger-System

Das Gauss-Krüger-System ist ein Koordinatensystem das von C.F.Gauss (1777-1855) gefunden und von Krüger (1857-1923) weiterentwickelt wurde

 
 
 


ERGÄNZUNG:

Für die Abbildung eines Ellipsoids in die Kartenebene wird die Ellipsoidoberfläche des Besselellipsoids in sogenannte Meridianstreifen zerlegt. Jeder Meridianstreifen ist ein ebenes rechtwinkliges Koordinatensystem mit einem Hauptmeridian (Mittelmeridian) als x-Achse und dem Äquator als y-Achse.

Die Schreibweise ist etwas ungewöhnlich und sie hat folgende Bedeutung:

Rechtswert: 2563 bedeutet 63000 Meter vom Hauptmeridian (Kennzahl 2) entfernt

Hochwert: 5712 bedeutet 5712000 Meter vom Äquator entfernt

 
 
 
Das Gauss-Krüger-System wird für Katasterkarten benutzt und ist daher in kommunalen Einrichtungen weit verbreitet. Es ist ist auch auf vielen Stadtplänen zu finden. Dort wird aber, in der Regel, eine andere Bezeichnungsweise verwendet.
Es ist auch nicht notwendig sich mit dem Gauss-Krüger-System weiter auseinander zu setzen, da eine Umrechnung der Gauß-Krüger-Koordinaten in geographische Koordinaten erfolgt.

Sind die geographischen Ortskoordinaten zweier Punkte bekannt, lassen sich alle gesuchten Teile wie Entfernung und Winkel mit Hilfe der geodätischen Rechnung bestimmen. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Die Umrechnung der Gauß-Krüger-Koordinaten für den gegebenen Punkt in geographische Koordinaten ergibt folgendes Ergebnis:
 
Phi 51 32 25,083" N geographische Breite
Lambda 06 54 29,419" E geographische Länge
 
 
 

ERGÄNZUNG:


Zur Umrechnung der Gauß-Krüger-Koordinaten in geographische Koordinaten existieren inzwischen auch Programme. Hier ist eine Adresse bei der man sich ein solches Koordinaten- Transformationsprogramm runterladen kann

Koordinaten-Transformationen

 

 

1.5 Die Koordinaten-Strecke  zur PiRuhr HomePage   ins Verzeichnis  zum Anfang der Seite
 
 
 Die Koordinatenstrecke   Die Allee zwischen den Schlagetter- Teichen (und die Verlägerung als Weg bis zur Lindhorst- Strasse - oben links im Bild) liegt genau auf der Verbindung vom Gauß-Krüger- Punkt zum geographischen Punkt.

Diese Verbindung der beiden Punkte wird in allen folgenden Betrachtungen als
Koordinaten-Strecke bezeichnet.

In der nebenstehenden Abbildung ist die Koordinatenstrecke bzw. ihre Verlängerung in magenta eingezeichnet.

Es wird sich noch zeigen, das die Koordinaten-Strecke bzw. deren Verlängerung für das Stadtzentrum von Bottrop eine
Hauptachse für das Stadtzentrum darstellt.
     

 

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